Karam Abdullah - Bilder erzählen Fluchtgeschichten


Im April 2017 wagte der Verein  Kraichtal hilft das Experiment, eine Ausstellung mit Bildern des geflüchteten Künstlers Karam Abdullah dem Kraichtaler Publikum zu präsentieren.

Ausgesprochen positiv überrascht waren die Organisatoren der Ausstellung ‚Eine Taube für Damaskus‘ von dem starken Interesse, welches den Bildern Karam Abdullahs entgegengebracht wurde.

Zahlreiche Besucher, stark nachgefragte Führungen und anregende Gespräche mit dem Künstler prägten die ersten Ausstellungswochen im reizvollen Ambiente des Torwächterhäuschens in Münzesheim. Mit Unterstützung der Stadt Kraichtal wurde die Ausstellung im April 2017 dort erstmals der Öffentlichkeit  präsentiert.

Interesse war auch über Kraichtal hinaus vorhanden und so wanderte die Ausstellung weiter nach Bruchsal und Mannheim. Inzwischen war sie bereits schon an sechs verschiedenen Ausstellungsorten zu sehen.

Seine Ausstellungen ‚Eine Taube für Damaskus‘ und die darauffolgende Ausstellung ‚DAS BIN ICH‘ halfen Karam Abdullah bei dem Versuch seine Fluchtgeschichte zu überwinden. Er gewann immer mehr Abstand von seinem Trauma und so auch von seinen Bildern. Er möchte die Bilder daher nicht mehr auf Ausstellungen begleiten, stellt sie aber als ein Stück Zeitgeschichte für unsere Website weiterhin zur Verfügung.


Karam Abdullah ist wurde 1994 in Syrien geboren und ist seit 2015 in Deutschland. Etwa ab seinem siebten Lebensjahr hat er mit dem Malen begonnen. Er erzählt, dass das künstlerische Talent von seiner Mutter an ihn weitergegeben wurde.

Geflüchtet ist Karam Abdullah von 2013 bis 2015 innerhalb Syriens und anschließend über die Türkei, den Balkan nach Deutschland. Das ist der Weg, dem die meisten syrischen Flüchtlinge folgten. Als Nachkomme einer palästinensischen Flüchtlingsfamilie, die 1948 durch die israelische Armee aus Palästina/Israel vertrieben wurde, sind die Fluchterfahrungen schon über mehrere Generationen in seiner Familie präsent.

Karam Abdullah kommt aus dem Lager Jarmuk, das sich über die Jahre zu einem Stadtteil von Damaskus entwickelt hat. Dieser Stadtteil, der immer noch “Camp“ genannt wird und in dem er aufwuchs, wurde von der syrischen Armee im Jahr 2013 angegriffen und belagert.

Seit diesem Ereignis befindet Karam Abdullah sich auf der Flucht. Von den 160.000 Menschen die einst im Camp Jarmuk lebten, leben in 2015 schätzungsweise keine 10.000 Menschen mehr dort.

Wie wohl alle Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen, möchte auch Karam Abdullah in Frieden leben. Sein Traum ist ein friedliches Leben in seiner gefühlten Heimat Palästina.

Solange Unfrieden im Nahen Osten herrschen, möchte er in Deutschland bleiben. Eine Rückkehr nach Syrien ist für ihn aufgrund der herrschenden politischen Verhältnisse auf lange Zeit nicht möglich.

Zurzeit wohnt Karam Abdullah in einem privaten Zimmer in Kraichtal. Seine erlernte Tätigkeit im Restaurantfach konnte er dort vor Kurzem wieder aufnehmen.

 


Zwei bewegende Ausstellungen

Die Ausstellungen wurden begleitet und gefördert vom Verein Kraichtal hilft e.V.

Kontakt zum Ausstellungsteam

Tobias und Annette Stefaniak
Gabriele Fuchs

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