Abschiebung droht


Bei Ablehnung des Asylantrags droht in der Folge die Abschiebung!
Es müssen Fristen gewahrt werden (Achtung: erfahrungsgemäß sind die Fristen unterschiedlich und dem Ablehnungsschreiben zu entnehmen und UNBEDINGT einzuhalten! Am besten ist es, wenn Sie bei diesen Terminen von einem Deutsch sprechenden Helfer begleitet werden.

Was tun?

In jedem Fall einen Anwalt hinzuziehen
Gehen Sie zu einem Anwalt. Bringen Sie zu dem Termin alle erforderlichen Unterlagen z.B. BAMF-Protokoll und Ablehnungsbescheid mit. Dieser wird innerhalb der Frist Klage einreichen einen Eilantrag stellen und beim BAMF Akteneinsicht anfordern.

In einer weiteren Sitzung erfolgt, unter Hinzuziehung eines Dolmetschers, ein Beratungsgespräch und die Anfertigung eines Protokolles über die Fluchtgründe.

Sollte der Anwalt keine Kapazitäten frei haben um fristgerecht Klage einzureichen, sollten Sie dies umgehend beim Verwaltungsgericht tun. Dies ist ein einfacher Vorgang, der ohne Termin erledigt werden kann. Hierbei gleich den Antrag auf Prozesskostenhilfe mitnehmen und ausfüllen. (Prozesskostenhilfe beinhaltet nicht die Anwaltskosten!)
Anschließend sollten Sie für das weitere Verfahren auf jeden Fall einen Anwalt hinzuziehen. (In der Regel ist hier Ratenzahlung möglich.)

Beratungsschein
Beim Amtsgericht Bruchsal können Sie einen Termin vereinbaren, um einen Beratungsschein auszufüllen. Wird dieser genehmigt, werden die Anwaltskosten für ein Beratungsgespräch und das Erstellen eines Protokolls Ihrer Fluchtgeschichte übernommen. Dies muss innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Aufsuchen eines Anwalts abgewickelt worden sein.

BAMF kontaktieren
Das auf dem Asylablehnungsbescheid benannte BAMF sollte kontaktiert werden, um den zuständigen Sachbearbeiter über die eingereichte Klage zu informieren. So kann verhindern werden, dass die Polizei die Anordnung der Abschiebung durchführt, weil sie wegen Überlastung der Behörden zu spät darüber in Kenntnis gesetzt wurde.
Die Klageschrift bei Abholung vorzuzeigen läuft ins Leere, da die Polizei eine Anordnung durchführen muss.

Zuständige Gerichte

Verwaltungsgericht Karlsruhe, Nördliche Hildaprommenade 1, 76133 Karlsruhe,
Telefon 0721 926-0, Telefax 0721 926-3036

Amtsgericht Bruchsal, Schönbornstraße 18, 76646 Bruchsal,
Telefon 07251 74-0, Telefax 07251 74-2866


Anwälte

Folgende Anwälte wurden dem Verein bisher empfohlen:

Brigitte Kiechle, Karlstraße 3-5, 76133 Karlsruhe,Telefon 0721 93510460

Gernot Schäfer, Waldstraße 51, 76133 Karlsruhe, Telefon 0721 66975845

Hartmann & Pinteric, Steinstraße 23, 76133 Karlsruhe, Telefon 0721 3841700

Dr. Gerhard Härdle u. Safiye Yüksek-Bicer, Handschuhsheimer Landst. 41, 69121 Heidelberg, Telefon 06221 436017

Michael Hummel, Lichtentaler Straße 54, 76530 Baden-Baden, Telefon 07221 1858685


Härtefallgesuch

Bei der Härtefallkommission Baden-Württenberg kann eine Eingabe eingereicht werden.
Hier die wichtigsten Informationen zum Thema.